Lernkultur im Fokus: Kultur.Forscher! kreuz & quer in Südtirol
Wie entsteht Lernkultur – jenseits von Lehrplänen, Formaten und Zuständigkeiten?
Vom 12. bis 15. Mai 2026 sind die Teilnehmenden von Kultur.Forscher! kreuz & quer in Südtirol genau dieser Frage nachgegangen – nicht im Seminarraum, sondern in der gelebten Praxis: im Museum, im Atelier, im Kunsthaus, im Dialog mit Politik und im schulischen Alltag.
Lernen durch Wahrnehmen
Den Auftakt bildete der Besuch im Museion Bozen. Hier wurde deutlich: Lernen beginnt nicht mit der schnellen Einordnung, sondern mit genauem Hinschauen. Wahrnehmung wurde zum Ausgangspunkt von Fragen, Irritationen und neuen Denkprozessen – und eröffnete so ungewohnte Perspektiven auf Lernen.
Ästhetische Forschung als Haltung
Im Atelier des international bekannten Künstlers Peter Senoner erlebten die Teilnehmenden, was ästhetisches Forschen konkret bedeutet: gemeinsam experimentieren, verwerfen, scheitern und neu beginnen. Diese Haltung stärkt nicht nur Kreativität, sondern auch Urteilskraft und Kooperativität – zentrale Kompetenzen für zeitgemäße Bildung.
Bildung im Spannungsfeld von Kunst und Gesellschaft
Im Kunsthaus Meran rückten internationale künstlerische Positionen Bildungsfragen in den Mittelpunkt: Was bedeutet Bildung, und was passiert, wenn es nicht um „richtige“ Antworten geht, sondern um das Entwickeln und Begründen eigener Urteile?
Lernkultur als gemeinsame Aufgabe
Im World Café zur „Lernkultur Südtirol“, angestoßen durch einen Impuls von Prof. Dr. Tom Braun, wurde deutlich: Lernkultur entsteht im Zusammenspiel verschiedener Perspektiven. Schule, Kultur und Politik sind gleichermaßen gefragt, Räume für Austausch zu öffnen und gemeinsame Entwicklung zu ermöglichen.
Einblicke in die Schulpraxis
Bei der Hospitation in der Grundschule Rodeneck wurde deutlich, wie Lernkultur im Alltag Gestalt annimmt: wenn Kinder ernst genommen werden, Forschungsfragen den Unterricht leiten und Lernen als gemeinschaftlicher Prozess verstanden wird. Das Projekt „Heimat“ ist längst über die Klassenräume hinausgewachsen und hat die gesamte Dorfgemeinschaft für Kulturelle Bildung aktiviert.
Fazit: Lernkultur ist eine Haltung
Die Eindrücke aus Südtirol machen deutlich: Innovative Lernkultur durch Kulturelle Bildung passiert über die (Länder-) Grenzen hinaus. Sie ist eine Haltung, die Räume öffnet, Verantwortung teilt und Kindern und Jugendlichen ermöglicht, ihre Welt forschend, reflektiert und aktiv mitzugestalten.
Ein besonderer Dank gilt allen Beteiligten für ihre Offenheit, Neugier und die gemeinsamen Perspektivwechsel.

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